Ein Schulleiter i. R. plaudert unterhaltsam über dies und das.

Meine Hobbys / Haus und Garten gestalten / ein neues Vordach

In den Wintermonaten hatten wir häufig ein Problem: Glatteis vor der Haustür. Das ist natürlich sehr gefährlich, und Stürze auf unseren Betonstufen wollten wir unbedingt vermeiden. Deshalb entschieden wir uns für den Bau eines Vordaches.

Nach dem Studium der Bayerischen Bauordnung stellten wir erfreulicherweise fest, dass ein Vordach genehmigungsfrei ist - allerdings nur bis zu einer überbauten Fläche von 24 m². Bei einer Breite von knapp 3 m konnten wir also ein 8 m langes Vordach bauen (siehe Bild 1). Die Gemeindeverwaltung (Bauamt) bestätigte das, aber da wir den Mindestabstand zu unserem Nachbarn unterschreiten mussten, benötigten wir eine Einverständniserklärung. Die notwendigen Formulare waren schnell besorgt, die Unterschriften auch, doch noch schneller war das Landratsamt mit der Rechnung: 111,50 €.

Doch dann konnten wir starten. Die Punktfundamente - etwa 90 cm tief - hoben wir in Handarbeit mit einem Drehspaten (Ø 30 cm) aus. Die Pflanztrogsteine hatten ebenfalls einen Durchmesser von 30 cm und machten optisch einen guten Eindruck (Bild 2). Die Pfostenträger („Atlas") wurden paarweise auf den Punktfundamenten aufgeschraubt. Sie sind so gebaut, dass unter den Holzpfosten genug Luft ist und somit kein Wasser unter dem Holz stehen bleiben kann. Außerdem sind sie hoch belastbar, ein Paar trägt locker eine Tonne.

Bild 1

Bild 2

Für die Konstruktion nahmen wir Leimholzbinder in den Stärken 10 x 10 cm und 10 x 12 cm für die Sparren. Das war für die mögliche Schneelast eine sichere Wahl.

Bild 3 zeigt die beiden rund 8 m langen Pfetten, und Bild 4 den Wandbalken. Letzteren legten wir auf viele Schwerlastwinkel, da reichten dann auch normale Kunststoffdübel.

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Die tragende Konstruktion musste anfangs mit Latten und Schraubzwingen gründlich stabilisiert werden. Die Sparren waren oben wie unten passend eingekerbt, und ein kleines Holzklötzchen verhinderte dann das Umkippen. Recht große Kopfbänder verhinderten ein Wackeln der Konstruktion. An der Hausseite wurden die Sparren mit speziellen Winkeleisen (Sparrenpfettenanker) verschraubt. Die Doppelstegplatten wurden auf Moosgummi gelegt, und von oben mit einer Aluschiene befestigt.

Das Problem mit dem vereisten Eingangsbereich im Winter ist seitdem gelöst. Auch im Sommer ist dieses Vordach sehr vorteilhaft, denn an heißen Tagen sitzen wir von der Sonne größtenteils verschont (es ist ja die Nordseite) auf dieser Seite des Hauses, selbst ein kleiner Regen macht uns da nichts aus.  

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